Detmold und das Warschauer Ghetto

Pressemeldung vom 26. April 2018, Detmold

Auf dem Foto von links die offiziellen Vertreterinnen und Vertreter der Detmolder Delegation: Dieter Bökemeier (Lippische Landeskirche), Bernd-Heinrich Korte (Kreis Lippe), Sabine Hartmann (Lippische Landeskirche), Barbara Klaus (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V.), Birke Amarell und Jean-Louis Pawellek (für die Jugendlichen), Petra Schröder-Heidrich (Stadt Detmold), Matitjahu Kellig (Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold und Konzertpianist), Dr. Bärbel Sunderbrink (Stadtarchivarin Stadt Detmold) und Bürgermeister Rainer Heller

Erinnern und Gedenken: Emotionale Momente und Begegnungen

Detmold. Was hat Detmold mit dem Warschauer Ghetto zu tun? Diese Frage stand am Anfang einer fünftägigen Gedenkreise, die die Lippische Landeskirche und die Stadt Detmold gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. aus Anlass des 75. Jahrestages der Niederschlagung des Warschauer Ghetto-Aufstandes initiierte. Die Spurensuche in Warschau führte an die Orte der Opfer und ihrer heutigen Denkmäler und Erinnerungsorte. Der Fokus richtete sich auch immer wieder auf den Täter Jürgen Stroop aus Detmold, einem der furchtbarsten Massenmörder der NS-Zeit, der in Polen als Synonym für Ermordung von 70.000 Menschen steht und damit verbunden mit der unvorstellbaren Unmenschlichkeit des deutschen Naziregimes.

Neben den offiziellen Vertretern der Stadt Detmold, der Lippischen Landeskirche und des Kreises Lippe, waren Mitglieder der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. und 20 Schülerinnen und Schüler des Stadtgymnasiums, des Grabbe-Gymnasiums und des Marianne Weber-Gymnasiums (Lemgo) Teil der Reisegruppe. Zu den Gastgebern in Warschau zählte insbesondere die ev. reformierte Partnergemeinde der Lippischen Landeskirche, die sich im Vorfeld an der Programmplanung beteiligte und die Delegation vor Ort betreute.

Zum Programm der Detmolder Besucher gehörte unter anderem ein Rundgang durch das Gebiet des ehemaligen Warschauer Ghettos, der Besuch des jüdischen Museums „Polin“ und einer Synagoge. Im Mittelpunkt des Besuches standen Gedenkveranstaltungen mit einem Gottesdienst (Predigt von Landessuperintendent Dietmar Ahrens) und einem Konzert von Prof. Matitjahu Kellig aus Detmold in der evangelisch-reformierten Kirche. Besonders eindrucksvoll war die Teilnahme an einem offiziellen Gedenkgang im ehemaligen Warschauer Ghetto und der Kranzniederlegung an der Gedenktafel am Platz des ehemaligen evangelischen Krankenhauses. Die Gedenktafel war vor 25 Jahren von der Stadt Detmold, dem Kreis Lippe und der Lippischen Landeskirche initiiert worden und erinnert daran, dass durch couragiertes Handeln der dort Beschäftigten Juden aus dem Ghetto das Leben gerettet werden konnte. Die mitgereisten Jugendlichen sorgten an diesem Ort mit ihren Texten und Wortbeiträgen für bewegende Momente bei allen Anwesenden. Bürgermeister Rainer Heller betonte in seiner Rede die besondere Verantwortung der Stadt Detmold für die Erinnerung an das Warschauer Ghetto: „Wir wollen heute an diesem historischen Ort ein Zeichen setzen, dass in Detmold diese Taten nicht in Vergessenheit geraten sind.“ Dieter Bökemeier, Pfarrer für Ökumene, Mission, Flucht und Migration in der Lippischen Landeskirche bezog sich in seinem Grußwort auf den neu aufkeimenden Rechtspopulismus und die wichtige Aufgabe der Erinnerungsarbeit: „Uns ist wichtig, dass wir uns das unvorstellbare Verbrechen der Deutschen in Warschau immer wieder vor Augen halten, gerade in Zeiten, in denen Intoleranz und Antisemitismus in unseren Gesellschaften wieder zunimmt.“

Der Dank galt abschließend allen Beteiligten vor Ort in Warschau für ihre Unterstützung der Detmolder Reisegruppe, insbesondere der Stadtpräsidentin für ihren Empfang und ihre Wertschätzung und den Verantwortlichen der evangelisch-reformierten Partnergemeinde der Lippischen Landeskirche. Die Delegation war sich einig in ihrem Fazit, die Kontakte nach Warschau weiter zu pflegen und die Erinnerungsarbeit gemeinsam fortzusetzen. Mehr Informationen und Impressionen der Reise stehen in Kürze auch unter www.detmold.de

Quelle Stadt Detmold


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