Eine Hommage an die „kleinen Leute“ in Lippe

Pressemeldung vom 17. Juli 2017, Lemgo

Gerhard Schmidt und Bürgermeister Dr. Reiner Austermann. Angeregtes Gespräch über „Groin, dat nich welket“.

„Groin, dat nich welket“ – ein Buch nicht nur in „Lippsk Platt“ von Gerhard Schmidt.

Er war Pfarrer mit Leib und Seele, wirkte ab 1959 in Helpup und dann ab1986 bis 1995 in Voßheide, wurde Superintendent der Klasse Brake der Lippischen Landeskirche und ist Zeit seines Lebens dem Lippischen Platt verbunden geblieben, der heute 86 jährige in Waddenhausen geborene Gerhard Schmidt. Schmidt hat klassische Bibeltexte ins „Lippske Platt“ übertragen, hat viele Beiträge für das Heimatland Lippe gefertigt und ist Autor mehrerer Bücher. Sein jüngstes Buch „Groin, dat nich welket“, ist eine Sammlung von Beiträgen aus früheren Jahren. Es stellt eine Hommage an die „kleinen Leute“ dar, die Schmidt auch heute noch besonders am Herzen liegen.

Bürgermeister Dr. Reiner Austermann besuchte dieser Tage seinen Lemgoer Mitbürger zu einem persönlichen Austausch. Anlass war das neue Buch, dass der Bürgermeister auch in einer Anzahl von Exemplaren in den Repräsentationsbestand der Stadt übernommen hatte. „Das Buch gibt gut unsere lippische Mentalität wieder, bewahrt die lippische Mundart und ist eine Würdigung für unser Land und seine Menschen“ so der Bürgermeister. Zudem sei das gut 60 seitige Buch auch für diejenigen lesenswert, die des lippischen Platt nicht mächtig seien, so ist auf der einen Seite der Text in Hochdeutsch und auf der anderen Seite der Text in Platt aufgeführt. Für diejenigen, die sich immer schon mal an Lippske Platt versuchen wollten, eine gute Grundlage.

Im Gespräch mit dem Bürgermeister machte Gerhard Schmidt deutlich, dass sein Buch auch eine Hommage an die „kleinen Leute“ im Lippischen sein sollen. Er geht in dem Buch auf die verschiedenen Menschentypen, die Nachbarschaftshilfe, typische Berufe ein. Lässt den Schmied, der „sobutz“ an die Arbeit ging, um den gebrochenen Eggenzinken wieder spitz zu schmieden ebenso wieder aufleben, wie den Maler, der nur in der „besten Stube“ die Tapeten klebte, weil man das „Wittken“ (Weißen) der Diele und der Küche schon selber besorgt hatte. Aber da waren auch noch die anderen Menschen, „weniger aber kennt man die Tagelöhner und Kötter, die Jahr um Jahr auf demselben Hof zur Stelle waren. Wer kann sie denn vergessen, die auf so manchen Höfen die Felder und Ställe besorgten und dazu geholfen haben, dass es – rund ging- und die Höfe bestehen konnten?“, so Schmidt in seinem Abschnitt „Blumenwiese im Grünland“ aus dem Buch „Groin, dat nich welket“.

„So, wie viele Sprachen leicht in Vergessenheit geraten, so gibt es oft auch Menschen, die irgendwann keiner mehr kennt. Damit diese kleinen Leute nicht vergessen werden, hat Gerhard Schmidt aus Lemgo in Lippe ihnen ein literarisches Denkmal gesetzt,“ so schreibt der Lippische Heimatbund über „Groin, dat nich welket“.

Das Buch ist beim Lippischen Heimatbund, Felix-Fechenbach-Str. 5, 32756 Detmold sowie im heimischen Buchhandel zu beziehen. ISBN: 978-3-941726-54-3

Quelle: Alte Hansestadt Lemgo


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